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đź’— Wie heiratet Deutschland?

Freie Trauung in Paderborn, Ostwestfalen

Eine freie Trauung in Paderborn

Im FrĂĽhjahr 2017 nahm der Spezialist fĂĽr personalisierbare Einladungs- und Dankeskarten “kartenmacherei” die Themen Hochzeit und Ehe unter die Lupe. Dazu wurden in der bundesweiten Studie „So heiratet Deutschland“ knapp 1600 verheiratete Personen zu den Themen Partnerschaft, Hochzeitsvorbereitungen sowie zum groĂźen Tag selbst befragt.

Die befragten Personen haben alle innerhalb der letzten 12 Monate geheiratet. Die meisten Teilnehmer kamen aus Nordrhein Westfalen und Baden-Württemberg. Gemessen an der Einwohnerzahl der jeweiligen Bundesländer verteilt sich die Teilnahme aber dann bei allen Bundesländern ähnlich.

Deutlich werden sowohl bundesweite Trends, als auch Unterschiede zwischen Regionen, Geschlechtern und Altersgruppen. Die Ergebnisse geben dabei nicht nur Einblicke darĂĽber, wie Paare ihre Hochzeit finanzieren, vorbereiten und erleben, sondern beleuchten auch die Partnerschaften, in denen Ehen geschlossen werden. 

Hochzeitspaar heiratet in einer Trauzeremonie in Schwerte

Wie lernen sich die meisten Paare kennen?

Über Freunde (28 Prozent) lernen sich die meisten Brautpaare kennen. Auf Platz zwei mit jeweils 15 Prozent werden Partys und das Internet angegeben und auf Platz drei folgt der Arbeitsplatz. Dabei sind die Art und Weise sowie der Ort der Bekanntschaft stark altersabhängig.

Dieses Ergebnis deckt sich auch mit meiner Erfahrung. Die meisten Pärchen erzählen mir, dass sie sich ĂĽber Freunde oder das Internet kennen gelernt haben.  

Wo lernen sich die meisten Ehepartner in den einzelnen Bundesländern kennen?

Fast in allen Bundesländern lernen sich die meisten Ehepartner ĂĽber Freunde kennen. Eine groĂźe Ausnahme gibt es in Mecklenburg-Vorpommern. Hier ist der Arbeitsplatz mit 29 Prozent der am häufigsten genannte Ort, an dem Paare sich kennen lernen. Die Zahl 29 spielt auch in Hamburg eine Rolle. Hier sind es 29 Prozent der befragten Hanseaten, die ihren Ehegatten ĂĽbers Internet kennengelernt haben.

Die gesamten Studienergebnisse gibt es auf www.kartenmacherei.de.

Was ist der Grund zu heiraten?

Hochzeitszeremonie in einer Scheune in Menden

Auf der ganzen Welt heiraten die Menschen aus den verschiedensten Gründen. Menschen heiraten aus Liebe, Vernunftgründen oder weil es die Tradition so will. In Deutschland sehen 96 Prozent aller Studienteilnehmer die Ehe als Symbol der Liebe und der Zusammengehörigkeit

Als weitere starke Einflussfaktoren nennen die Befragten Familienplanung, traditionelle Werte und rechtliche Vertretungsvollmachten. Mit 22 Prozent spielt die Religion eine eher untergeordnete Rolle.

Schaue ich mir die einzelnen Bundesländer an, ĂĽberrascht mich das Ehepaare aus Sachsen-Anhalt 32 Prozent religiöse GrĂĽnde angeben und damit ĂĽber dem Durchschnitt liegen. Wo doch in den neuen Bundesländern der Anteil der getauften recht niedrig ist. 

Die gesamten Studienergebnisse gibt es auf www.kartenmacherei.de.

Was kostet eine Hochzeit?

 

In Deutschland geben die meisten Brautpaare 10.000 bis 15.000 Euro fĂĽr eine Hochzeit aus. Die meisten finanzieren sich ihren groĂźen Tag aus eigener Tasche. Etwa ein Viertel der Selbstfinanzierer erhält zusätzlich finanzielle UnterstĂĽtzung durch Eltern oder andere Familienmitglieder. Rund 63 Prozent aller Befragten tragen die Kosten alleine, ohne weitere UnterstĂĽtzung.

Die gesamten Studienergebnisse gibt es auf www.kartenmacherei.de.

Wie werden die Hochzeiten gestaltet?

Freie Trauung in der Kokerei Hansa in Dortmund

Natürlich hat mich dieser Punkt in der Studie am meisten interessiert. Bin ich doch Theologe und war für viele Jahre als Seelsorger in der katholischen Kirche tätig.

Die Standesamtliche Trauung ist in Deutschland die einzige Form, die rechtlich bindend ist. Deswegen entscheiden sich 95 Prozent der Befragten für eine standesamtliche Eheschließung. Vielen reicht die standesamtliche Trauung nicht, deswegen entscheiden sie sich noch zusätzlich für eine andere Form, um dann mit allen Verwandten und Freunden ein Fest mit Herz und Emotionen zu begehen.

Jedoch heiratet mit 47 Prozent nicht mal jeder zweite kirchlich. Wenn man berĂĽcksichtigt, dass fĂĽr 22 Prozent der Befragten Religion eine untergeordnete Rolle spielt, dann finde ich zunächst die Zahl der kirchlichen Trauungen recht hoch. Eine Erklärung hierzu hat in der Studie die Diplom Psychologin Christiane Nupnau-Herde, wenn sie meint: 

„Unsere Gesellschaft erlebt die Auflösung alter Strukturen: Wir beobachten den zunehmenden Werte-Verfall. Das verunsichert Menschen. Je größer die Verunsicherung wird, umso größer wird auch der Wunsch nach mehr Sicherheit, Beständigkeit und Geborgenheit. Offenbar erhoffen sich viele, die sich kirchlich trauen lassen, auch den besonderen Schutz für ihre Ehe.“

Braut hat während der Zeremonie eine Kerze angezündet in der Kapelle Wischlingen in Dortmund

FĂĽr eine freie Trauung entscheiden sich sieben Prozent der Befragten.

Ich gebe zu, dass mich diese Zahl überrascht hat, habe ich doch eine höhere zahl vermutet. Die Tendenz, dass sich immer mehr Ehepaare für diese sehr persönliche und individuelle Trauung entscheiden, ist meiner Meinung nach jedoch steigend, weil sie immer bekannter wird.

Meine Erfahrung zeigt, dass auch bei der freien Trauung die Religiosität eine Rolle spielen kann und während der Zeremonie thematisiert wird. Zu mir kommen auch Paare, die gerne kirchlich heiraten würden, aber zum Beispiel aus kirchenrechtlichen Gründen nicht heiraten dürfen.

Ehepartner, die sich als religiös bezeichnen entscheiden sich aus meiner Erfahrung für eine freie Trauung, weil sie

  • sich in der Kirche als Institution nicht zu Hause fĂĽhlen,
  • schon einmal verheiratet waren,
  • einen gleichgeschlechtliche Partnerin oder gleichgeschlechtlichen Partner lieben,
  • unterschiedlichen Religionen angehören,
  • aus der Kirche ausgetreten sind, nie getauft wurden.

Gäbe es den einen oder anderen Grund nicht, dann bin ich überzeugt, dass sich mehr Ehepaare für eine kirchliche Trauung entscheiden würden. Vermutlich wird die Zahl der freien Trauung auch steigen, weil gleichgeschlechtliche Paare jetzt auch ganz offiziell heiraten dürfen.

Die gesamten Studienergebnisse gibt es auf www.kartenmacherei.de.

Fazit: Wie heiratet Deutschland?

Braut mit BrautstrauĂź zur Hochzeit auf Zeche Zollern in Dortmund

Die Hochzeitsstudie ist sehr umfangreich und recht informatief. Das Ergebnis beruht auf einer Umfrage vom März 2017.  Insgesamt wurden 1.582 Studienteilnehmer aus den deutschen Bundesländern, die innerhalb der letzten 12 Monate geheiratet haben, zu ihrer Hochzeit befragt.

Dabei beantworteten 1.366 Frauen und 216 Männer 30 Fragen zum Thema Partnerschaft, Hochzeitsvorbereitungen sowie zum großen Tag selbst. Wenn das Ergebnis auch nicht repräsentativ ist, so zeigt die Studie zumindest einen Trend auf.

Ein Trend, der sich auch mit meiner Erfahrung deckt. Auch wenn sich die Gesetzeslage inzwischen geändert hat und es eine “Ehe fĂĽr alle” gibt, finde ich die Studie gelungen.

Unter https://www.kartenmacherei.de/hochzeitsstudie/ findet ihr die vollständigen Studienergebnisse inklusive Whitepaper, Experteninterviews und Infografik.

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Autor:

Als freier Redner und Theologe begleite ich Menschen, die besondere Ereignisse im Leben bewusst begehen wollen. Das können sowohl freie Trauungen und Willkommens- und Namengebungsfeiern, als auch Trauerfeiern und andere Abschiedsfeiern sein. Ich nehme mir Zeit für dich und höre dir zu. So bekomme ich ein Gefühl, wie du denkst und was dich bewegt. In Begegnungen mit Menschen wird mir bewusst, dass ich seit vielen Jahren den schönsten Beruf der Welt habe. Zuvor habe 13 Jahre als Franziskaner in der Seelsorge gearbeitet. Viele Menschen habe ich in der Schule, dem Krankenhaus oder der Pfarrei begleitet. Als ich meine Frau kennen- und lieben gelernt habe, durfte ich innerhalb der katholischen Kirche nicht mehr weiterarbeiten. So konnte ich den Beruf, für den ich einst gebrannt habe, nicht mehr ausüben. Heute mache ich das, was ich früher getan habe, außerhalb der Kirche. Ich erarbeite Zeremonien, in denen sich die Menschen wiederfinden. Alles ist sehr viel persönlicher und auf den Menschen individuell zugeschnitten. Wenn ich freizeitlich unterwegs bin. Wenn ich gerade mal nicht beruflich unterwegs bin, dann tanze ich mit meiner Frau im Tanzclub, singe im Kirchenchor oder fahre mit dem Fahrrad durch die Landschaft. Und im Urlaub lasse ich mir gerne den Wind an der Nordsee um die Nase wehen. Musik gehört zu meinem Leben. Während des Studiums habe ich im Blasorchester 1. Trompete gespielt. Auf vielen Schützenfesten und anderen Bällen haben wir gespielt. Heute singe ich im Kirchenchor. Mein Musikgeschmack ist, vielleicht von meiner musikalischen Vergangenheit her, sehr breit gefächert. Das fängt an bei Musik von Wolfgang Amadeus Mozart und Felix Mendelssohn-Bartholdy, bei der ich mich gut entspannen kann. Geht über Glenn Miller, wegen der tollen Posaunensoli. Geht weiter zu Reinhard Mey und Herbert Grönemeyer, weil die Texte so wundervoll sind. Bis hin zu Tina Turner und Anastacia, wegen der krassen Stimmen. Komme mit mir in Kontakt: post@festlich-ohne-pastor.de Tel. 0231 4442364

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