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♥ Was ist die ideale Sitzordnung bei der Trauzeremonie?

Hochzeitspaar sitzt vor Traualtar

Hochzeitspaar sitzt vor Traualtar

Bei einem Fest, das eine besondere Bedeutung für euch hat, soll natürlich alles richtig laufen. Und der eine oder andere, der sonst keinen besonderen Wert auf Äußerlichkeiten legt, achtet plötzlich auf Etikette und will alles richtig machen. Deswegen versuche ich euch hier mal eine Antwort auf die Frage zu geben, ob es bei einer freien Trauung auch Regeln gibt, die sonst bei der kirchlichen Trauung eine Rolle spielen.

 In den Vorbereitungsgesprächen zur Hochzeitszeremonie stelle ich immer wieder fest, dass die Wenigsten sich darüber Gedanken gemacht haben, wo sie sitzen. Wenn ich frage, wie die Sitzordnung bei der Zeremonie der freien Trauung sein soll, dann schauen mich plötzlich zwei fragende Gesichter an.

Bei der standesamtlichen Trauung ist es eher so, dass die Brautleute vor einem Tisch sitzen. Auf der anderen Seite des Tisches sitzt der Standesbeamte und die Gäste sitzen in der Regel hinter dem Brautpaar.

Und auch bei der kirchlichen Trauzeremonie ist es so, dass die Brautleute mit dem Rücken zu den Gästen sitzen.

Bei der freien Trauung seid ihr auch diesbezüglich frei. So könnt ihr euch überlegen, ob ihr den Gästen statt des Rückens das Gesicht zeigt (ich weiß, auch ein schöner Rücken kann entzücken 😉). Voraussetzung ist natürlich, dass die Räumlichkeiten der Location das zulassen.

Wenn ich diese Variante mit meinen Pärchen bespreche, haben sie oft ein Aha-Erlebnis und sie wollen es genau wissen. Dann fragen sie: wie wird das gemacht? Wo steht der Redner und wie sieht das überhaupt und im Allgemeinen aus?

Dann zeige ich ihnen Fotos aus den Fotobüchern, die ich erstellt habe und zeige ihnen Beispiele, wie das Ganze aussehen kann. Bei der Variante, wo die Brautleute den Gästen zugewandt sitzen, stehe ich dem Hochzeitspaar nicht direkt gegenüber, sondern seitlich. Die Sitzordnung ist dann quasi wie ein Dreieck angeordnet. In dieser Version habe ich mal die Brautleute und mal die Gäste im Blick.

Hier ist die Sitzordnung des Brautpaar den Gästen zugewandt

Was hat die klassische Version für einen Vorteil?

Oft entscheiden sich viele Brautpaare für die „klassische Version“, so wie man es beispielsweise von der Kirche kennt. Der Grund ist der, dass diese Version in gewisser Weise ihnen „Schutz“ bietet. Was ich damit meine ist Folgendes: die Trauzeremonie ist sehr persönlich und individuell auf das Brautpaar zugeschnitten.

Und so hat manchmal sowohl die Braut als auch der Bräutigam mit Emotionen so sehr zu kämpfen, dass dann doch die eine oder andere Träne hervorkullert. Wenn dann also die Tränen fließen, ist es dem einen oder der anderen unangenehm, wenn ihre Gäste das sehen würden.

Deshalb spreche ich in diesem Zusammenhang auch gerne davon, dass die klassische Sitzordnung einen gewissen Schutzraum bietet.

Auf welcher Seite sitzt der Bräutigam?

Zu der Frage, ob der Bräutigam auf einer bestimmten Seite sitzt, kann ich nur sagen, dass es auch diesbezüglich bei der freien Trauung keine feste Vorschrift gibt.

Legt ihr aber Wert auf Etikette und gehört zu den Klassikern, dann ist die Ehefrau immer an der rechten Seite des Ehemannes. Als Faustregel könnt ihr euch merken, dass die zu ehrende Person sich immer auf der rechten Seite des Herrn befindet. Wann diese Regel entstanden ist kann ich euch nicht sagen. Sicher ist aber, dass sie sehr alt ist und schon bei den alten Römern bekannt war.

Bei der Trauzeremonie sitzt die Braut jedoch an der linken Seite des Bräutigams, so zusagen an der Seite des Herzens, denn sie sind ja offiziell noch keine Eheleute.

Sitzordnung bei der Hochzeit in der Kapelle

Wieso sitzt die Braut an der linken Seite des Bräutigams?

Um diese Frage zu beantworten, muss ich ein wenig ausholen und kurz erläutern, wie die kirchliche Trauung entstand.

Wenn ihr meint, dass die Hochzeit in der Kirche schon immer Pflicht war, seid ihr auf dem Holzweg. Erst im 13. Jahrhundert beschloss die Kirche, dass die Trauung nur noch von Priestern vorgenommen werden durfte.

Martin Luther passte diese Regelung ganz und gar nicht. Im Jahre 1530 durchbrach er diese Regelung und setzte sich dafür ein, dass die weltlichen Autoritäten die Eheschließung übernehmen und rechtlich regeln.

Die Fürsten hatten aber gar keine Lust, sich darum zu kümmern. Und so kam es, dass die kirchliche Trauung von den jeweiligen Staaten vorgeschrieben wurde.

In den protestantischen Ländern wurde also die kirchliche Trauung zur Pflicht.

Wenn also der große Tag der kirchlichen Trauung war und der Vater seine Tochter durch den Mittelgang der Kirche führte, dann war sie noch nicht die Ehefrau des Mannes, der vorne auf sie wartete. Während des Einzugs in die Kirche war sie also noch nicht die „zu ehrende“ Person des Mannes. Das wurde sie erst als, der Bund der Ehe vom Pastor bestätigt wurde. Wenn die Brautleute dann mit dem Segen Gottes entlassen wurden und sie sich umdrehten, um die Kirche zu verlassen, dann ging die Braut automatisch auf der rechten Seite ihres nun anvertrauten Ehemannes.

Ein weiterer Aspekt ist, dass zu jener Zeit meist nur Adelige und gut Betuchte so förmlich heirateten. Die Söhne von den reichen Leuten waren oft auch beim Militär. So gehörte zu der Kleidung des Bräutigams ein Schwert oder in späteren Jahren einen Degen, den er an seiner linken Seite trug.

Sollte das Ehepaar zum Beispiel beim Auszug aus der Kirche angegriffen werden, dann konnte der Bräutigam sein Schwert ziehen und es schützend vor seiner Braut halten.

Diesen Hintergrund der Regel erzähle ich meinen Pärchen, wenn sie sich unsicher sind, wer rechts oder links sitzt.

Brautpaar zur Begrüßung bei der freien Trauzeremonie

Muss ich die Regel der Sitzordnung anwenden?

Heute trägt in der Regel der Bräutigam keinen Degen und braucht auch nicht seine Braut vor möglichen Angriffen schützen. Deswegen spielt es auch keine Rolle mehr, ob die Braut nun an der rechten oder linken Seite des Bräutigams geht. Folglich ist es auch egal, auf welcher Seite wer sitzt. Nur sollte es vor der Hochzeitszeremonie klar sein, damit die Eltern Beispielsweise auf der Seite ihrer Tochter beziehungsweise ihres Sohnes sitzen.

Ob ihr nun ganz klassisch sitzt oder euren Gästen mit dem Gesicht zugewandt, ist eure Entscheidung. Wichtig ist, dass ihr euch mit der Sitzordnung, für die ihr euch entscheidet, wohl fühlt und sie zu euch passt.

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Autor:

Als freier Redner und Theologe begleite ich Menschen, die besondere Ereignisse im Leben bewusst begehen wollen. Das können sowohl freie Trauungen und Willkommens- und Namengebungsfeiern, als auch Trauerfeiern und andere Abschiedsfeiern sein. Ich nehme mir Zeit für dich und höre dir zu. So bekomme ich ein Gefühl, wie du denkst und was dich bewegt. In Begegnungen mit Menschen wird mir bewusst, dass ich seit vielen Jahren den schönsten Beruf der Welt habe. Zuvor habe 13 Jahre als Franziskaner in der Seelsorge gearbeitet. Viele Menschen habe ich in der Schule, dem Krankenhaus oder der Pfarrei begleitet. Als ich meine Frau kennen- und lieben gelernt habe, durfte ich innerhalb der katholischen Kirche nicht mehr weiterarbeiten. So konnte ich den Beruf, für den ich einst gebrannt habe, nicht mehr ausüben. Heute mache ich das, was ich früher getan habe, außerhalb der Kirche. Ich erarbeite Zeremonien, in denen sich die Menschen wiederfinden. Alles ist sehr viel persönlicher und auf den Menschen individuell zugeschnitten. Wenn ich freizeitlich unterwegs bin. Wenn ich gerade mal nicht beruflich unterwegs bin, dann tanze ich mit meiner Frau im Tanzclub, singe im Kirchenchor oder fahre mit dem Fahrrad durch die Landschaft. Und im Urlaub lasse ich mir gerne den Wind an der Nordsee um die Nase wehen. Musik gehört zu meinem Leben. Während des Studiums habe ich im Blasorchester 1. Trompete gespielt. Auf vielen Schützenfesten und anderen Bällen haben wir gespielt. Heute singe ich im Kirchenchor. Mein Musikgeschmack ist, vielleicht von meiner musikalischen Vergangenheit her, sehr breit gefächert. Das fängt an bei Musik von Wolfgang Amadeus Mozart und Felix Mendelssohn-Bartholdy, bei der ich mich gut entspannen kann. Geht über Glenn Miller, wegen der tollen Posaunensoli. Geht weiter zu Reinhard Mey und Herbert Grönemeyer, weil die Texte so wundervoll sind. Bis hin zu Tina Turner und Anastacia, wegen der krassen Stimmen. Komme mit mir in Kontakt: post@festlich-ohne-pastor.de Tel. 0231 4442364

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