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đź’— Eine Liebesgeschichte in der freien Trauung.

Brautpaar bei der Hochzeitszeremonie

Brautpaar bei der Hochzeitszeremonie am Kemnader See

In einer romantischen Geschichte ist es oft ein Rosengarten wo zwei Menschen sich begegnen und am Ende ein Paar werden. Doch in dieser Geschichte ist es kein Rosengarten, sondern eine Tankstelle wo Nicole und René sich das erste Mal begegnen. Oder anders gesagt, wo Nicole in René etwas auslöst. Und es spielt ein Esel eine Rolle, der die beiden zusammenbringt. Genauer gesagt eine Karte mit einem Esel. Aber hier nun die Geschichte von Nicole und René der Reihe nach.

Eines Abends sitzen Nicole und RenĂ© bei mir. Wir haben ein erstes Vorgespräch fĂĽr ihre freie Trauung. FĂĽr die Rede ist es natĂĽrlich wichtig, dass ich viel von ihnen erfahre. So frage ich sie an diesem Abend nach ihrer  gemeinsamen Lebensgeschichte. Je mehr ich weiĂź, desto persönlicher kann die freie Trauung später werden. RenĂ© kann es kaum abwarten seine Geschichte zu erzählen. So fängt er an zu erzählen, dass Nicole an einer Tankstelle gearbeitet hat, an der er immer zum Tanken fuhr.

Dort hatte er Nicole zum ersten Mal gesehen und spontan kam in ihm der Wunsch auf, Nicole näher kennenzulernen. Er wusste sich allerdings keinen Rat, wie er seinen Wunsch verwirklichen sollte. “Wie soll ich das Mädchen von der Tankstelle ansprechen ohne eine Abfuhr zu bekommen?” DarĂĽber dachte er nach.

Zunächst tankte er jetzt öfter als bisher. Der Tank war zwar oft noch ¾ voll. Aber Hauptsache René sah Nicole. Dann bekam René die Idee ihr eine Karte zu schreiben. Er nahm eine Ansichtskarte, die einen Esel mit einem treuen Blick zeigte. Die Karte hatte er aus seinem letzten Portugalurlaub mitgebracht und adressierte sie: „An das unbekannte Mädchen“. Die Sache hatte allerdings einen Haken. Mädchen gab es dort mehrere, nur für wen sollte die Karte sein?

Dann erzählt Nicole die Geschichte weiter. Sie erzählt mir, dass sie als sie die Karte in ihren Händen hielt neugierig geworden sei. Sie forschte über Facebook nach und fand dort einen René, der schon häufiger bei ihr an der Kasse stand. Sofort schrieb sie ihm eine E-Mail und einige Zeit später trafen sie sich. Hier betont René, dass es an einem 5. September war. Beiden wurde bei ihrem ersten Date schnell klar: sie gehören zusammen.

Nicole und René wollen heiraten

Nachdem die beiden zusammengezogen waren, so erzählt René mir ganz aufgeregt, und sie schon einige Jahre zusammenlebten, meinte er eines Abends zu Nicole: „Eigentlich könnten wir doch heiraten.“ Nicole stimmte ihm zwar zu, doch dabei war es dann erst mal geblieben. Weil von René weiter nichts kam, wurde nun Nicole aktiv.

Nun erzählt Nicole mir, dass sie zum Standesamt ging und sich nach einem freien Termin erkundigte. Der 5. Dezember 2014, 11:00 Uhr war noch frei. Wieder ein Datum mit einer FĂĽnf. Mit diesem Datum im Herzen schrieb sie eine Karte, auf der sie RenĂ© fragte, ob er an dem besagten Termin schon was vor hätte? Die Karte legte sie ihm mit einer Praline auf sein Bett.

Als RenĂ©, mĂĽde von der Arbeit, die Karte las und ihr dann sagte, dass er am 5. Dezember noch nichts vor hätte, da meinte Nicole ganz trocken: “Dort ist ein Termin beim Standesamt frei.” RenĂ©, völlig ĂĽberrascht ĂĽber diese Aussage, fand schnell eine Ausrede warum es an diesem Tag nicht gehen wĂĽrde. In Wahrheit, so meint RenĂ© zu mir, fehlte ihm irgendwie die Romantik. Deswegen hatte er sich vorgenommen Nicole später noch einen „richtigen“ Heiratsantrag zu machen.

Die Braut trifft auf ihrem Bräutigam bei der freien Trauung in der die Liebesgeschichte erzählt wird

Ein Heiratsantrag auf Kreta

Dann erzählen sie mir von ihrem Urlaub auf Kreta. Es sollte ein ganz besonderer Urlaub werden, denn René wollte seiner Freundin nun einen „richtigen“ Heiratsantrag machen. Zunächst dachte er, er könne es auf dem Flughafen machen. Doch als sie dort angekommen waren, schien es ihm doch nicht der richtige Ort zu sein.

In seinem Handgepäck hatte er eine Flasche Sekt gesteckt, die musste jetzt natĂĽrlich verschwinden, weil so etwas im Handgepäck nicht sein darf. Was also machen? Dann geschah etwas, was RenĂ© damals peinlich fand worĂĽber er aber im Nachhinein herzlich lachen kann.  Er gab vor, er mĂĽsse noch mal zur Toilette und machte sich mit Handgepäck und Koffer auf dem Weg.

In diesem Moment tauchten bei Nicole ganz viele Fragezeichen auf: „Wieso geht der jetzt mit seinem Koffer los?“ Als René auf der Toilette den Koffer öffnete, um die Flasche Sekt dort hineinzutun, da merkte er, dass er den falschen Koffer, nämlich den von Nicole, mitgenommen hatte. Nun blieb ihm nichts anderes übrig, als die Flasche Sekt dort hineinzutun und zu hoffen, dass Nicole nichts merkt.

Auf Kreta angekommen gelang es ihm dann unbemerkt den Sekt wieder an sich zunehmen. Und so fragte er sie eines Abends, als sie auf dem Balkon ihres Zimmers standen, mit dem Ring in der Hand, ob sie seine Frau werden wolle. Und Nicole antwortete: „Ja, ich will.“

Braut vor der freien Trauzeremonie ihre Liebesgeschichte findet ihren Höhepunkt

Der groĂźe Tag

Ungefähr ein Jahr vor ihrem Hochzeitstermin lerne ich die die beiden auf einer Hochzeitsmesse kenne. Von weitem höre ich in der Messehalle plötzlich: “Ach da ist Herr MĂĽller.” Als sie an meinen Stand kommen erzählt Nicole mir, dass sie mich schon im Internet gesehen habe. Wir haben damals einen ersten Termin bei mir gemacht.
Während des damaligen Gesprächs haben sie sich entschlossen mit mir eine freie Hochzeitszeremonie zu gestalten.

Im Jahr darauf ist es dann soweit. Nicole und René feiern am Kemnader See eine große Hochzeit. Nachdem alle gespannt auf die Braut sind, die etwas auf sich warten lässt, schreitet Nicole überglücklich mit ihrem Vater, über den roten Teppich. Beide haben ein paar Tränen in den Augen. Am Traualtar angekommen gibt ihr Vater, von Gefühlen überwältigt seine Tochter in Renés Hände. Die Zeremonie der freien Trauung hat seinen Anfang gefunden.

FĂĽr die Hochzeitsrede habe ich mir von der Braut das Bild von der Ansichtskarte aus Portugal besorgt. Denn schlieĂźlich hatte der Esel, der drauf zusehen war, die beiden doch irgendwie “zusammengebracht”.

Als ich während der Rede das Bild hochhalte, müssen beide schmunzeln und sind sehr gerührt. Bei der Erinnerung, wie damals alles begann, kann dann auch René seine Freudentränen nicht mehr zurückhalten. Im Verlauf der Zeremonie gibt es viele Momente des unfassbaren Glücks. Es wird gelacht und manchmal ist das Herz so sehr berührt, dass es vor Freude eine Träne hervorbringt.

Vertrautes Brautpaar bei der Hochzeitszeremonie ihre Liebesgeschichte hat einen Höhepunkt

Ich habe es mir mittlerweile zur Gewohnheit gemacht, dass ich immer TempotaschentĂĽcher in der Tasche habe, die ich dann dezent den Brautleuten geben kann.

Das war die Geschichte von Nicole und René, die ihre freie Trauung am Kemnader See gefeiert haben. An einen Samstag im August konnte ich wieder ein Paar sehen, dass vermutlich dass glücklichste Paar der Welt war.

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Autor:

Als freier Redner und Theologe begleite ich Menschen, die besondere Ereignisse im Leben bewusst begehen wollen. Das können sowohl freie Trauungen und Willkommens- und Namengebungsfeiern, als auch Trauerfeiern und andere Abschiedsfeiern sein. Ich nehme mir Zeit für dich und höre dir zu. So bekomme ich ein Gefühl, wie du denkst und was dich bewegt. In Begegnungen mit Menschen wird mir bewusst, dass ich seit vielen Jahren den schönsten Beruf der Welt habe. Zuvor habe 13 Jahre als Franziskaner in der Seelsorge gearbeitet. Viele Menschen habe ich in der Schule, dem Krankenhaus oder der Pfarrei begleitet. Als ich meine Frau kennen- und lieben gelernt habe, durfte ich innerhalb der katholischen Kirche nicht mehr weiterarbeiten. So konnte ich den Beruf, für den ich einst gebrannt habe, nicht mehr ausüben. Heute mache ich das, was ich früher getan habe, außerhalb der Kirche. Ich erarbeite Zeremonien, in denen sich die Menschen wiederfinden. Alles ist sehr viel persönlicher und auf den Menschen individuell zugeschnitten. Wenn ich freizeitlich unterwegs bin. Wenn ich gerade mal nicht beruflich unterwegs bin, dann tanze ich mit meiner Frau im Tanzclub, singe im Kirchenchor oder fahre mit dem Fahrrad durch die Landschaft. Und im Urlaub lasse ich mir gerne den Wind an der Nordsee um die Nase wehen. Musik gehört zu meinem Leben. Während des Studiums habe ich im Blasorchester 1. Trompete gespielt. Auf vielen Schützenfesten und anderen Bällen haben wir gespielt. Heute singe ich im Kirchenchor. Mein Musikgeschmack ist, vielleicht von meiner musikalischen Vergangenheit her, sehr breit gefächert. Das fängt an bei Musik von Wolfgang Amadeus Mozart und Felix Mendelssohn-Bartholdy, bei der ich mich gut entspannen kann. Geht über Glenn Miller, wegen der tollen Posaunensoli. Geht weiter zu Reinhard Mey und Herbert Grönemeyer, weil die Texte so wundervoll sind. Bis hin zu Tina Turner und Anastacia, wegen der krassen Stimmen. Komme mit mir in Kontakt: post@festlich-ohne-pastor.de Tel. 0231 4442364

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